Es ist schon verrückt, auf wie viele unterschiedliche Weisen man seine große Liebe finden kann.Manchmal passiert es genau dann, wenn man überhaupt nicht damit rechnet, z. B. auf dem Friedhof bei der Beerdigung eines Freundes oder Verwandten, oder wenn man bei einem Autounfall regelrecht mit seiner großen Liebe zusammenstößt. Viele lernen ihren Traummann bzw. ihre Traumfrau auch in Diskos, Bars oder auf Konzerten kennen, manche beim Elternabend in der Schule oder beim Einkaufen im Supermarkt.
Ich habe meine große Liebe auf der Hochzeit eines Freundes kennengelernt. Ich selbst war ja schon 29 und hatte bisher immer nur unglückliche bzw. platonische Liebesbeziehungen hinter mir. Die Frau meines Lebens wollte mir bisher einfach nicht über den Weg laufen. Doch während der Trauungszeremonie, als das Brautpaar gerade die Trauringe tauschte, fiel mir eine junge Frau ins Auge. Sie saß etwas schüchtern am anderen Ende der Reihe, blickte unsicher über den Rand ihrer großen Brille und zupfte die ganze Zeit nervös an den Rüschen in ihrem Ausschnitt herum. Für kurze Zeit trafen sich unsere Blicke und da wusste ich: diese Frau hat was ganz Besonderes.
Und so überlegte ich, wie ich am besten ein Gespräch mit ihr anfangen kann, um herauszufinden, wer sie ist. Auf der Hochzeitsfeier wird sich bestimmt die Gelegenheit dazu bieten. Ich merkte auch schnell, dass sie sonst niemanden kannte, also wagte ich den ersten Schritt und fragte sie, wie sie denn die Gestaltung der Hochzeitseinladungskarten fand. Keine besonders originelle Anmache, stimmt, aber immer noch besser, als übers Wetter zu plaudern. Und zu meiner Überraschung hatte ich genau das richtige Thema angesprochen, denn es stellte sich heraus, dass sie dabei sogar mitgewirkt hatte. Und so kamen wir sofort ins Gespräch, sprachen über Papiersorten, Schriftformen, Bildbearbeitung und Drucker. Damit war der Vorhang zwischen uns gefallen und es stellte sich bald heraus, dass wir noch viele Gemeinsamkeiten haben. Ja, so können sogar mal 2 blinde Hühner ein Korn finden!